Im Nachfolgenden möchte ich gerne über die „Sakaguchinetshop meets RCK“ Reise nach Japan berichten. Stefan (von RC-KleinKram) und ich waren beide eingeladen von Kumamon – dem Stadtmaskottchen mit roten Bäckchen der japanischen Stadt Kumamoto, wo ein Teil meiner Wurzeln liegt. Wir durften ihn auf der recht kurzen Reise begleiten, obwohl unser Weg gar nicht nach Kumamoto führte. Vom recht warmen Deutschland ging es somit Ende Juni in die Hauptstadt Japans zu unserem alljährlichen Lieferantentreffen.Pünktlich und effizient wurden wir zum Boarding an unseren Lufthansa-Flieger, der D-ABYT (Yankee Tango in der alten Lufthansa Retro Lackierung) Boeing 747 „dash 8“ gefahren. Diesmal mal nicht in einem VW T7, sondern einem Audi Q8 – ein Novum! Vom Parkplatz direkt am Flieger ging es dann zu der Fluggastbrücke. Nach einer kurzen Boardingphase und persönlicher Begrüßung durch die Flugbegleiter und auch dem Kapitän wurden die Türen „in Flight“ gebracht und es ging los auf die lange Reise nach Japan. An Bord gab es nichts, woran es uns fehlte. Sehr gerne wähle ich auf solchen Flügen das japanische Menü. Bedingt durch die Tatsache, dass ich im Lufthansa First Class Terminal am Boden neben dem sehr guten Flietsteak (by Käfer) auch noch das weiße Schokoladen-Gänsehaut-Entchen samt Macha Latte probieren “musste”, konnte ich im Flieger schon recht viele Gänge auslassen. Nach dem Essen wurde die Kabine so langsam abgedunkelt, sodass Kumamon im Bettchen schlafen konnte. Ich durfte mich großzügigerweise daneben gesellen.


















In Tokyo angekommen war es genau so warm wie in Deutschland. Allerdings war die Luftfeuchtigkeit deutlich höher, sodass es sich wärmer anfühlte.Normalerweise bewegt man sich in Japan mit den öffentlichen Verkehrsmitteln am einfachsten und effizientesten. Da unser erster Programmpunkt jedoch einer war, den man nur mit dem PKW erreichen konnte, holte uns SQUARE am Flughafen ab und brachte uns ein Stück in den Süden, wo sich der berühmt-berüchtigtste Parkplatz von Daikoku befindet. Dort treffen sich zu jeder Tages- und Nachtzeit Autofans aus aller Welt. Die Bilder sprechen sicherlich für sich. Es dauerte auch nicht lange, da wurde Stefan aufgrund seines RCK Shirts von einer deutschen Fangruppe angesprochen ^^. Die Art und Weise, wie man dort als PKW-Besitzer verweilt, ist doch sehr durch die japanische Kultur geprägt. Auf dem Parkplatz selbst geht es sehr gesittet zu. Die vielen Passanten haben stets Vorfahrt. Auch große LKW, welche die lokalen Restaurants beliefern, haben stets Vorfahrt (denn sie sind ja nicht aus Spaß da). Die teilweise sehr außergewöhnlichen Abgasanlagen mit ihren charakteristischen „Outputs“ hört man auf Daikoku nur sehr selten. Bei der Zu- und Abfahrt jedoch kann man die sonoren Klänge der Verbrennungskraftmaschinen gut hören.















Nachdem wir alle gut durchgeschwitzt waren, kam die Frage, die kommen musste: „Hungry?“ Wir konnten das nicht verneinen – denn es hat sich fast schon als Tradition bei uns beiden eingeschlichen, dass das erste Washoku-Gericht auf japanischem Boden ein Ramen zu sein hat. Ohne, dass ich etwas gesagt hatte, hat SQUARE uns ins Ichiran in Ueno gebracht, was nicht nur auf meiner (unfanglichen) Bucket List stand. Vor dem Eingang hatten wir sicherlich eine gute halbe Stunde in einer Schlange warten dürfen, was in Anbetracht der Berühmtheit des Restaurants und der Tageszeit durchaus in Ordnung war.
Es ist auch ein sogenanntes „Minimum Interaction Style“-Restaurant. So ist jeder einzelne Sitzplatz mit hölzernen Seitenwänden versehen und es kommt definitiv ein latentes Gefühl von Privatsphäre auf. Das Ramen war intensiv vom Geschmack her mit einer sehr ausgeprägten Umami-Note. Vorher konnte man sein Ramen in allen erdenklichen Details nach seinem eigenen Belieben konfigurieren. Ich würde schon sagen, dass es eine meiner besten Nudelsuppen ever war! Danke an dieser Stelle wieder an Kumamon, der uns das so ermöglicht hatte. Danach hatte uns SQUARE in unser Hotel gebracht (zumindest dachte ich, dass Stefan das gleiche gebucht haben sollte wie ich – hatte er auch – nur ich hatte dann doch ein anderes mit sehr ähnlichem Namen gebucht). Die beiden Hotels waren nur ca. 1km voneinander weg, sodass über die gesamte Reise unsere Laufmuskulatur sehr davon profitiert hatte.Am ersten Abend hatte Kumamon einen alten Freund eingeladen, den wir schon aus der Zeit kannten, als er als Expat in Deutschland einige Jahre verbrachte. Somit saßen wir zu viert in einem Izakaya-Restaurant in Ueno Omoide Yokocho und genossen die Vielfältigkeit der japanischen Meeresfrüchte und auch anderer Leckereien an der Seite von Asahi Super-Dry Bier (ein herbes, aber dennoch bekömmliches Lagerbier). Es war auf jeden Fall sehr gut, mit Okabe-san über künftige Rennteilnahmen von Stefan und mir in Japan zu sprechen. Natürlich nicht diesmal – aber vielleicht schon bald?






Am Tag darauf standen die Lieferantengespräche auf dem Plan. Zunächst trafen wir uns bei SQUARE und besprachen das vergangene Geschäftsjahr. Neben künftigen Neuigkeiten haben wir vor allem über Ideen zu neuen Produkten gesprochen. Soviel vorweg: Es wird spannend! Mit Made in Japan und der Erfahrung in der Fertigung sehe ich SQUARE als einzigartiges Unternehmen.Am Abend trafen wir uns dann noch mit Super-Radicon (einem der größten Einzelhändler Tokyos) sowie mit Axon. Auch hier hatten wir viele gute Gespräche!








Der darauffolgende Dienstag war ein reiner Erkundung- und Shoppingtag.Am Morgen gab es ein „Tuna Mayo“ Onigiri (ein Dreieck geformt aus Reis mit „Nori“ (getrocknerter knuspriger Seealge) umwickelt mit Füllung). Der Clou hierbei ist, dass der Reis erst beim Auspacken mit dem Nori in Verbindung kommt. So bleibt das Nori knusprig.Danach ging es nach Shimbashi, um den flammneuen TAMIYA Plamodel Pinup-Store zu besuchen. Der neue Store ist deutlich größer als der alte. Gefühlt kann man dort jedes derzeit lieferbare TAMIYA Produkt kaufen. In allen Ecken finden sich aufgebaute Modelle. Selbst Kumamon hat seinen Bruder als Modell gefunden!Als i-Tüpfelchen gibt es eine Kaffeebar, die einen Mini 4WD Buggy als Streumuster auf deinen Cappuccino streut.Unser Mittagessen haben wir in einem der größten Kaufhäuser zu uns genommen. Es gab eine zünftige Sushi-Platte, die auch optisch sehr viel hermachte. Kumamon schmeckte es hervorragend! Am Nachmittag haben wir noch den ein oder anderen Aquaristikladen besucht und uns auch hier von der bedingungslosen Hingabe der Japaner für dieses Hobby überzeugt.Als Tagesabschluss gab es noch ein Bier (oder waren es 2?) im Asahi Headquarter in Asakusa. Wir nennen das Gebäude auch „goldenes Kackhäufchen“. Das Bier wird in der Rooftop-Bar ganz oben ausgeschenkt und hatte eine so feine Schaumkrone, wie ich es sonst nur von einem irischen Bier kenne. Am Abend gab es noch Omakase-Sushi – deliziös!



























Am Mittwoch war es schon wieder Zeit für die Abreise. Doch vorher haben wir noch eine „Tempura Soba“ gehabt. Hier gibt es eine Nudelsuppe in einer würzigen Brühe mit einem Tempura-Fladen aus verschiedenem Gemüse auf Top. Dies ist eine sehr günstige, aber dennoch sättigende Mahlzeit.Gegen Nachmittag bewegten wir uns Richtung Flughafen Haneda, wo wir diesmal mit Vietnam Airlines via Hanoi die Rückreise angetreten haben. In der Lounge in Hanoi gab es original Pho-Suppe, die sehr würzig war. So hatte ich es in Deutschland noch nicht erlebt. Kumamon wollte unbedingt noch ein paar frische Chillis dabei haben.Das Bordprodukt bei VN ist modern solide (wie man es als Lufthanseat bezeichnen würde). Gut, dass es auf beiden Flugabschnitten jeweils ein japanisches Menü zur Auswahl gab. Der Sitz war bequem genug, meinen wohl längsten durchgehenden Schlaf ever in einem Flugzeug zu genießen (ich glaube, es waren 4 Stunden).

















Alles in Allem war es wieder mal ein gelungener Kurztrip mit vielen tollen Eindrücken!
Bis demnöchst in Tokyo!
Dai Sakaguchi